On Others
-
Kafka gelesen: Gay Literacy
„Du magst meine Schwester?“ „Nein, nicht mein Typ.“ „Und auf wen stehst du?“ „Auf jemanden, der Kafka liest.“ Ich flog mit 900 km/h über den Atlantik, als sich die Protagonisten von Of An Age, Adam und Kol, relativ spät im Lauf des Films, küssten. Der Flug nach New York dauert von Berlin aus drei bis vier…
-
Laudatio auf Serhij Zhadan
In James Baldwins Essay Der Kampf des Künstlers um Wahrhaftigkeit finden wir die folgende Zeile: „Dichter (und damit meine ich alle Kunstschaffenden) sind letztlich die Einzigen, die die Wahrheit über uns wissen. Nicht die Soldaten. Nicht die Staatsmänner. Nicht die Priester. … Nur Dichter.“ Künstler*innen besitzen zwar eine gesellschaftliche Verantwortung, doch: Sie stellen sich zu…
-
Laudatio auf Maria Stepanova und Olga Radetzkaja
Ich habe diesen Text bereits zweimal begonnen: Zum ersten Mal im Sommer 2020, als die Brücke-Preis-Jury mich anfragte, auf eine der größten Autorinnen unserer Zeit, Maria Stepanova, und auf die Übersetzerin Olga Radetzkaja, deren Arbeit ich so sehr bewundere, eine Laudatio zu halten. Damals hofften wir, allen Warnungen zum Trotz, dass dieses elende Virus nach…
-
Laudatio auf Nan Goldin
The Nan Goldin Gaze: Laudatio anlässlich des Kunstpreises Ruth Baumgarte Liebe Nan Goldin, liebes Hannover, es bedeutet mir viel, ausgerechnet hier über Nan Goldin und ihre Arbeit sprechen zu können, denn in dieser Stadt, in der ich aufgewachsen bin, entdeckte ich ihre Fotografien als Postkarten in Galerien und pinnte sie in meiner ersten Wohnung in…
-
Auszug aus dem Nachwort für Giovannis Zimmer
Auszug aus dem Nachwort für die Neuübersetzung von James Baldwins Giovannis Zimmer, erschienen bei dtv 2020: … „Ich war heimgekehrt in eine Stadt, in der keiner dem anderen traute, wo Freunde ihre Freunde den Wölfen vorwarfen …“ Trotz der aufgeheizten Stimmung lässt Baldwin es sich während seines kurzen USA-Aufenthalts nicht nehmen, am 1. Mai 1952…
-
What would Jimmy do
Den nächsten Sturm abwarten – F.A.Z., 1. März 2018 „Ich arbeitete an meinem ersten Roman – ich dachte, ich werde ihn nie zu Ende schreiben können – bis ich endlich verstand, dass einer der Gründe dafür war, dass ich mich dafür schämte, wo ich herkam und wo ich war. Ich schämte mich für das…
